postheadericon Die Kyphoplastie oder Vertebroplastie

Liebe Patientin, lieber Patient!

Dieses Informationsblatt soll Ihnen helfen, die Gründe und Ziele der Ihnen empfohlenen Operation, den Ablauf, die möglichen Komplikationen und Auswirkungen zu verstehen. Der geplante Eingriff wird mit Ihnen persönlich besprochen. Bitte fragen Sie deshalb nach allem, was ihnen unklar ist oder wichtig erscheint.


Was heisst "Wirbelfraktur"

Bei ihnen wurde eine Wirbelfraktur festgestellt. Wahrscheinlich ist die Fraktur aufgrund einer Osteoporose und einer damit einhergehenden Knochenstrukturschwäche aufgetreten. Eventuell muss daher im weiteren Verlauf eine Knochendichtemessung durchgeführt und die Osteoporose medikamentös behandelt werden. Die Wirbelfraktur kann zu sehr starken Rückenschmerzen führen, die meist belastungsabhängig sind. Trotz hoher Schmerzmittelgabe können die Schmerzen zu einer längerfristigen Immobilisierung führen, was Risiken wie Thrombose, Embolie oder Lungenentzündung mit sich führt.


Behandlungsmöglichkeiten

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: entweder die nicht-operative (konservative) oder die operative Behandlung. Wenn konservative Massnahmen nicht wirken und trotz starker Schmerzmittelgabe eine Mobilisierung nicht möglich ist, ist die Therapie der Wahl die chirurgische Stabilisierungs-Operation (Kyphoplastie).


Was heißt "Stabilisierung der Wirbelsäule durch Kyphoplastie"?

Ist ein Wirbel gebrochen, kommt es durch die Knochenreibung, die vor allem bei Belastung sehr stark sein kann, zu Schmerzen. Halten diese Schmerzen dauerhaft an, kann möglichst innerhalb von 8 - 12 Wochen der Wirbelkörper mit Zement aufgefüllt und so stabilisiert werden. Durch die Zementstabilisierung kommt es zu einer sofortigen Schmerzreduktion auch unter Belastung, da der zementierte Wirbel nun keinen Reibeschmerz mehr auslöst.


Operationsmethode

Die Operation wird üblicherweise in Vollnarkose durchgeführt. Auf dem OP-Tisch werden in Bauchlage unter aseptischen Bedingungen und stetiger Röntgenkontrolle zwei Kanülen über die Haut am Rücken in den gebrochen Wirbel eingeführt. Anschliessend wird der Wirbel über einen eingeführten Katheter aufgerichtet und mit Knochenzement aufgefüllt. Die Kanülen werden danach entfernt und die kleinen Hautschnitte mit jeweils einem Faden vernäht.


Patientenmitverantwortung und Nachbehandlung

Neben dem die Operation durchführenden Chirurgen trägt der Patient sehr viel zum Erfolg der Operation bei.
Hierbei sind die postoperative Rückenschulung sowie die Motivation, sich aktiv im Rehabilitationsprogramm zu beteiligen, sehr wichtig. In der zweiten Woche nach der Operation kann eine Verlegung zur weiterführenden Rehabilitation erfolgen. Das Vermeiden von nach vorne Überbeugen sowie Tragen von Lasten von mehr als 5 kg sollten Sie zumindest in den ersten Monaten nach der Operation einhalten. Gegebenenfalls müssen berufliche Veränderungen bereits jetzt in Erwägung gezogen werden.