postheadericon Die lumbale Bandscheibenprothesen-Implantation

Liebe Patientin, lieber Patient!

Dieses Informationsblatt soll Ihnen helfen, die Gründe und Ziele der Ihnen empfohlenen Operation, den Ablauf, die möglichen Komplikationen und Auswirkungen zu verstehen. Der geplante Eingriff wird mit Ihnen persönlich besprochen. Bitte fragen Sie deshalb nach allem, was Ihnen unklar ist oder wichtig erscheint.


Wann und warum wird eine Bandscheibenprothese eingesetzt?

Die Lendenwirbelsäule besteht aus fünf Wirbelkörpern mit dazwischen liegenden Bandscheiben. Entsprechend den anatomischen Vorgaben können die krankhaften Veränderungen die Wirbelkörper selbst, die diese verbindenden kleinen Wirbelgelenke oder die Zwischenwirbelscheiben (Bandscheiben) betreffen. Ist die Bandscheibe betroffen, wird diese bei fortschreitender Abnutzung weniger widerstandsfähig und bricht heraus. Man spricht dann von einem Bandscheibenvorfall, einer Diskushernie. Ist ein Segment (zwei Wirbelköper mit dazwischen liegender Bandscheibe) nicht mehr stabil, so müssen stabilisierende Verfahren in Betracht gezogen werden. Spielt sich das Problem isoliert im Bandscheibenbereich ab, z. B. mit Diskushernie und zusätzlich beginnender Abnützungsveränderung und sind dabei die kleinen Wirbelgelenke noch intakt, so kann heute auch die Möglichkeit einer bewegungserhaltendenden Abstützung mit einer Bandscheibenprothese in Erwägung gezogen werden. Sinnvoll ist eine Bandscheibenprothese vor allem bei Patienten mit Veränderungen auf einer oder zwei Bandscheibenhöhen und sonst intakten Verhältnissen. Der Unterschied zur Versteifungsoperation ist natürlich die Beweglichkeit zu erhalten und das Bewegungssegment aufzurichten. Das Implantat ersetzt die Bandscheibe zwischen den Wirbelkörpern, Bewegung und Flexibilität bleiben erhalten.


Behandlungsmöglichkeiten

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: entweder die nicht-operative (konservative) oder die operative Behandlung. Wenn trotz heilgymnastischer und medikamentöser Behandlungsversuche (konservative) der Rückenschmerz anhält, sich eventuell zusätzlich ein Gefühlsausfall oder eine Muskelschwäche im entsprechenden Kennbereich des bedrängten Nerven entwickelt oder nicht zurückbildet, dann müssen operative Maßnahmen in Erwägung gezogen werden.


Operationsmethode

Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt. Bei einer Bandscheibenprothese im Lendenwirbelbereich erfolgt die Operation stets von vorne. Die Lendenwirbelsäule wird an den Bauchorganen vorbei durch den Unterbauch freipräpariert. Die degenerativ veränderte Bandscheibe wird entfernt. Anschliessend werden im Wirbelkanal, in dem das Rückenmark verläuft, sowie an den Austrittskanälen der Nervenwurzeln knöcherne Anbauten und eventuell austretendes Bandscheibengewebe entfernt. Die Nerven werden dadurch vom Druck befreit (Dekompression). Damit ist die Chance für eine funktionelle Erholung und einen Schmerzrückgang gegeben und das Risiko einer Degeneration des angrenzenden Bewegungssegmentes gemindert.


Patientenmitverantwortung und Nachbehandlung

Neben dem die Operation durchführenden Chirurgen trägt der Patient sehr viel zum Erfolg der Operation bei.
Hierbei sind die postoperative Rückenschulung sowie die Motivation, sich aktiv im Rehabilitationsprogramm zu beteiligen, sehr wichtig. In der zweiten Woche nach der Operation kann eine Verlegung zur weiterführenden Rehabilitation erfolgen. Gegebenenfalls müssen berufliche Veränderungen bereits jetzt in Erwägung gezogen werden.